Manche Dinge werden nicht wahrer, nur weil alle sie auf allen Kanälen ständig wiederholen. Das mit der Schnelllebigkeit des Internets zum Beispiel. Ein Post oder Tweet braucht eben doch noch länger ins Hirn des Adressaten als ein mündlich rausgehauenes Statement, man kann face to face ja sogar dazwischenquatschen. Und das Netz ist eben auch das größte Gedächtnis, dass wir jemals hatten. Online wird nicht selten an Asbach-Spuren nach Jahren der Stille einfach mal eben neu kommunikativ angedockt.
Ein Beispiel aus der aktuellen Corporate Communication gefällig? Voilà: Coke’s Herz-Quiz.
Coke Light ist wie Zippen in flüssig: Meine Freundinnen trinken sie (so wie sie rauchen), weil sie nicht dick werden wollen. Gesundheitsfaktor erstmal Banane – oder Mentos, wie dieses ca. sechs Jahre alte Video schön zeigt:
Wenn man heute das Video bei YouTube aufruft, sieht das wie folgt aus:

Bitte mal das Banner in der rechten oberen Ecke nicht ausblenden: Ja, tatsächlich, da featured Coke sein Quiz für Frauen, das den Damen ans Herz legt, mehr Sport zu treiben und sich doch bitte gesund zu ernähren – NEBEN dem Konsum von Coke light, versteht sich. Was so natürlich nicht gesagt wird. Finde ich lustig, gerade eine Gesundheitsaktion an ein Video zu flanschen, das den igittigen Dr. Mabuse-Faktor der Marke feiert. Ob der durch das etwas lahme Quiz neutralisiert werden kann? Wohl eher nicht. Andererseits: Das Video hat über 15 Mio. Hits, da wird das schlechte Gewissen den einen oder anderen User schon in die Arme des Personal Trainers treiben, dessen Dienste man im Coke-Quiz für ein Jahr gewinnen kann.