
Unsere feine, mittlerweile 16 Bände umfassende Buchreihe „Familienreiseführer“ wird am 12. März 2010 auf der großen Showbühne – das klingt doch mal äußerst vielversprechend – mit dem ITB-BuchAward in Gold ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr, denn jeder, der einmal in seinem Leben ein Buch verlegt hat, weiß, dass das kein Kinderspiel ist. Insbesondere dann, wenn man mit einem klaren Konzept eine Nische besetzt. Zwar sind Familien keine Nische, aber Reiseführer, die explizit nicht auf die Zielgruppen meilensammelnder Single-Städtereisende und agiler Silversurfer schielen, gelten eben im Handel (noch) als Nischenprodukte.
Die Reihe gehört zwar nicht zu unseren Corporate Publications und ist ganz old school nur auf Papier zu lesen – aber was nicht ist, kann ja noch werden: Interessierte Herausgeber sind herzlich eingeladen zur Preisverleihung, zum Kennenlernen, Anstoßen und Pläne schmieden. Wir freuen uns, Sie in Berlin zu treffen.
40 Tage seit dem letzten Eintrag ... Mein Logbuch ist nicht eben tagesaktuell. Wie machen es nur die ganzen anderen vielbeschäftigten Menschen, die nebenbei wunderbar informative Blogs täglich mit sprühenden Gedanken bestücken? Mein Blog sei dagegen nun offiziell zum Dokument des Ringens erklärt, es am Leben zu erhalten.
Eine schöne Infusion flatterte soeben in meinen Eingangsordner: Sony ist neuer „Premiumpartner“ des DFB und damit auch der Fußballnationalmannschaft. Neben frei auslebbarem Logoplatzierungswahn kommt Sony nun in den Genuss, mit exklusivem Content der Nationalkicker eigene Kanäle bespielen zu dürfen: z.B. mit archivierten Länderspielen und dem Dokumentarfilm „Nationalmannschaft im Team“ über die EM 2008. Das ist neu und geht über die üblichen Sponsorenpakete hinaus. So könnte mit Corporate Content tatsächlich Traffic auf Sonys Online-Plattform Bravia Internet Video geschleust werden.

Der Sieger: DDB-Kreativchef Amir Kassaei
© W&V
Hatte heute kurz Zeit, einmal das Kreativranking der W&V durchzuklicken. Da waren sie zu sehen, die 27 kreativsten Köpfe, die die 20 besten Agenturen Deutschlands repräsentieren: Vorstände, Kreativchefs, Geschäftsführer. 27 helle Werbeköpfe, alles Männer. Bin ich eigentlich die Einzige, die das merkwürdig findet in einer Branche, die doch immer sowas von state of the art sein will?

Na, dieses Seminar der Akademie des Deutschen Buchhandels in München lohnt sich aber:
CRASHKURS DIGITALES CORPORATE PUBLISHING
Freue mich auf alle, die dabei sind – und habe wirklich absolut keine Ahnung, warum mein Portrait in der Seminar-Ankündigung so nach dreimal durch den Kochwaschgang genudelt aussieht. Als ich es losgeschickt habe, war es noch scharf.

Das Factbook ist eine Publikation unseres Branchenverbandes Forum Corporate Publishing. Allein deshalb verdient es Beachtung. Und es gibt auch was Neues: „Erstmals mit dieser Ausgabe bringen FCP-Mitglieder als Autoren ihre geballte Kompetenz ein. Sie sorgen für den Insiderblick auf zahlreiche Best Practices quer durch alle Branchen und CP-Medien", heißt es auf der Homepage des Forums. Was steht denn nun drauf auf den 115 Seiten? Erst einmal gibt es eine Definition:

Hmmm. Von wem diese Begriffserklärung wohl stammt? Leider fehlt die Quellenangabe. Was bedeutet in diesem Zusammenhang einheitlich aufbereitet? Und was genau sind „interessante Unternehmensinformationen“? Kann das nicht auch Werbung sein? Und wenn ein Kundenmagazin wenig Firmennews und viel Unterhaltung bietet, gehört es dann nicht mehr in den Bereich Corporate Publishing?
Für die Strukturierung hat man sich, in Zeiten, in denen ein lautes „WENIGER“ aus allen Ecken tönt, wohl vorgenommen, einfach mal ein fettes „MEHR“ vor alle Themen zu setzen. Mehr Content, mehr Print – okay. Aber „Mehr International“? Das tut mir schon ein bisschen weh.

Die Artikel selbst decken das weite Feld des Corporate Publishing ab: Twittern, Bloggen und Web-TV sind ebenso Thema wie Corporate Trailer, Geschäftsberichte und Advertorials. Überraschend: Wurde die teure Produktion eines hochwertigen Kundenmagazins in der Vergangenheit fast ausschließlich mit qualitativen Argumenten verkauft (Imagebildung, Kundenbindung und -gewinnung, Exklusivität) sticht jetzt (in Zeiten der Krise?) auch die quantitative Karte.

In der Rubrik „Umsatz“ wird CP als Vertriebsweg vorgestellt. Vor allem durch Individualisierung und Couponing sollen Kundenmagazine in Verkaufsförderungsinstrumente mit messbarem Erfolg zu verwandeln sein. Eine nicht unmögliche aber schwierige Gradwanderung, denn journalistischer Anspruch verträgt sich in den wenigsten Fällen mit dem Anspruch der direkten Verkaufe. Am Ende sollte das Corporate Medium selbstverstänlich Gewinne für das Unternehmen generieren. Das Problem ist, dass die Spur vom Medium zur dadurch erzielten Umsatzsteigerung eben kein gradliniger, exakt nachzumesseder Track ist.
