Bewaffnet mit formidablen Konfettipistolen von Fahnenfleck harrten Thuy, René und ich vorgestern im Postbahnhof in Berlin der Dinge, die da kommen sollten.
Und sie kamen:
Bisher unser hübschester Award, der Best of Corporate Publishing. Hatten eigentlich Glück, dass wir ihn nach zwei Nominierungen nun erst jetzt, nach dem Design-Relaunch vom sehr geschätzten Kollegen Urs Arnold, abgeräumt haben. Der Leuchtwürfel schimmert in ganz unterschiedlichen Farben, was einen sehr feierlichen Effekt hatte, als die Teile nach gefühlten 38 Stunden endlich verteilt und auf den Tischen platziert waren. Alles ein Leuchten. Vorher gab Dinner-Speaker Roger Willemsen sein Bestes, um das Stilniveau auch gedanklich zu halten. Und was soll ich sagen? Er hat es geschafft. Und tanzen ging diesmal sogar auch. Zum Absturz ging es in den Würgeengel, seeeeehr zu empfehlen, denn die Barkeeper meinen es dort noch ernst.

Die BCP-Shortlist – und wir mittendrin ...
Zugegeben, wir haben recht viel abgeräumt mit Two for Fashion, dem Corporate Blog, das wir für und mit OTTO produzieren – rund 10 Awards. Aber einen haben wir noch nicht: den BCP in Gold. Nominiert waren wir schon zweimal, aber oben auf der Bühne stehen und von Judith Rakers den Pott entgegennehmen, das blieb bisher im Raum der Träume und Schäume. Mittwoch geht es also wieder nach Berlin und wenn ALLE heftig die Daumen drücken, können wir das Ding diesmal drehen, da bin ich mir sicher! Werde auf jeden Fall im Deutschlandtrikot auflaufen – denn seit ich es trage, haben Thomas und die anderen NUR noch gewonnen. Das sollte doch auch ein wenig auf die Trägerin abfärben können ...

„Wo Leid ist, ist auch Likör“, sagte Katja Riemanns Vater zu ihr am Telefon, als sie ihm erzählte, dass ihr Mann sie verlassen hat. Erzählt hat das die Frau, die ich bisher immer zu odol, zu 50erblond, zu tillschweiger fand, in meiner absoluten Lieblingssendung: Tonspur – Der Soundtrack meines Lebens. Die Idee ist so einfach wie genial: Ein bekannter Mensch wird gebeten, in 8 Songs sein Leben zu erzählen und drei Musikexperten analysieren die Liste und raten, wer dahinter steckt. Der Zuschauer weiß es immer schon vorher und zwischen die Analyserunden sind Interviewpassagen mit dem Listenbastler geschoben. Die Experten schlagen dann am Ende ne Lösung vor, die fast immer falsch ist (ist ja auch schwer). Stets Big Fun das Ganze und ich gucke meine Lieblingsfolgen in der 3Sat-Mediathek wieder und wieder (zumindest wünsche ich, ich hätte die Zeit dazu).

Gestern war Katja Riemann dran und ich muss sagen, SIE HAT EINEN RICHTIG GUTEN MUSIKGESCHMACK. UND: Es macht happy, sie über Musik sprechen zu hören. Ihre Liste wäre nicht meine, aber ich kann sie voll unterschreiben. Hier ist sie:
1. Pink Floyd: Wish you where here
2. Crosby, Stills, Nash and Young: Helplessly Hoping
3. Randy Crawford: Street Life
4. Portishead: Roads
5. Chet Baker: Round Midnight
6. Tom Waits: Temptation
7. Gonzales: Dot
8. The Beatles: Happiness Is A Warm Gun
Chet Baker, Gonzales und die Beatles wären bei mir auch dabei, mit anderen Songs, aber immerhin. Hätte KR immer für ein Stones-Mädchen gehalten, wenn ich mal länger als 1 Sek. über sie nachgedacht hätte. So kann man sich irren. Meine Liste, das steht schon mal fest, würde mit Patti Smith beginnen müssen – Because the Night – denn Easter war die erste LP, die ich mir in meinem Leben gekauft habe. Da war ich 13 und die anderen in meiner Klasse haben Status Quo gehört. Mit so einem Mist habe ich mich gar nicht erst aufgehalten und auf dieses musikalische Checkertum bin ich heute noch stolz.

Das Top mit den Satinträgern, dass Patti auf dem Cover trägt, habe ich mir damals auch gekauft und auch verkehrtrum getragen – Ehrensache. Der Rockpalast-Auftritt mit ihr wurde 1979 im Wohnzimmer meiner Eltern weggeguckt, während die beiden in ihren Klappbetten, die tagsüber wie amtliche Schränke aussahen (und selbstverständlich bei Möbel Kraft gekauft waren), gepennt haben. Hatten eine kleine Wohnung.
Zum Schluss noch was Hübsches von der Katja. Auf die schwere Frage, was denn nun die Zeile „Happiness Is A Warm Gun“ für sie bedeuten würde, antwortete sie in der Tonspur-Folge: Glück ist eben nichts dauerhaftes. Es ist temporär. Es ist wie ein Schuss.
Und gaaaanz manchmal raucht es noch ein bisschen nach.

„Generation Wählscheibe“ ist toll. So wie das ganze Blog. Leider schon zu spät zum Abstimmen. Leider.
Gestern und vorgestern in Essen, Kongress der Deutschen Fachpresse im neuen Thyssen Headquarter. Das war faltenfrei gebügelt und so clean, wie nach einem Bad in Vanish Oxi – weiter weg von Essener Trinkhallenschick geht eigentlich nicht. Schaaaade. Warum nur scheinen Architekten heute zu denken, dass Modernität sich vor allem in der Verwendung von viel Metallgedöhnsel und Glas ausdrückt? UND: Wlan ging am gaaaanzen ersten Tag im Hochglanzschuppen trotzdem nicht. Wurscht, schön war die Veranstaltung trotzdem.

Zusammen mit Lieblingsnerd Leif einen Vortrag gehalten über Sinn und Unsinn von Apps, Nativität und HTML5.

(Hach, finde es toll, via Twitter zitiert zu werden)
Und etlichen anderen Vorträgern gelauscht. Gelernt, dass es Zeitschriften gibt, die Die PTA in der Apotheke heißen und aussehen wie eine Mischung aus Bravo und Brand Eins für Pharmazeuten. Wenn doch nur die Blätter, die vor dem Apothekertresen offeriert werden, nur halb so ansehnlich und relevant wären ... Eine Branchenpreisverleihung gab es auch und den unverzichtbaren Rausschmeißermonolog vom Sascha, dem Social Media Barbarello.
Hier meine 10 Lieblingserkenntnisse des Kongresses:
1. Normen sind käuflich!
2. Mit der Intelligenz der Vielen lässt sich nicht nur die Pfadfinderschaft optimieren.
3. Das Nationaltrikot gibt besten Gesprächsstoff her – haptische Kommunikation rules ok.
4. Online-Vermarktung wird zum 1.000-Teile Puzzle, bleibt aber machbar.
5. Die Kombi aus Ungeduld und Unfähigkeit zum Aufschub der Triebbefriedigung heißt jetzt Sofortness.
6. Messen können ab sofort vom Schreibtisch aus besucht – und von dort aus ganz inkognito den Geschrächen der Anwesenden gelauscht werden. Vergesst Harry Potters Tarnumhang, besucht Virtual Trade Shows! In den USA für Geschäftsleute so obligatorisch wie der Deckel auf dem Latte-Becher.
7. Boßeln bleibt.
8. Die Umsätze im App Store von iTunes stagnieren seit einem dreiviertel Jahr.
9. Prezi macht immer noch duhn.
10. Bahnen ohne Steckdosen und Speisewagen nennt man Freitagszüge – die machen schon mal Wochenende.

Ja, ich nehme teil an der High Heels Blogparade von Two for Fashion (siehe verlinktes Banner rechts in der Sidebar). Seit ich Tiere Essen von Jonathan Safran Foer verschlungen habe, bin ich Vegetarierin – und postiv gestimmt all jenen Zeitgenossen gegenüber, die versuchen, ohne Fleisch auszukommen. Die Schuhmacherin Inga Thomas geht noch weiter: Ihre Modellschuhe sind komplett vegan aus einem Kunststoff gefertigt, der ebenso hübsch wie robust ist. Ich trage im Video als Madonna ein paar ihrer schicken Heels und besitze noch ein knallrotes, über das ich herzlich glücklich bin. Wer IT-Schuhe will, muss im Netz ordern, leider hat Inga ihren Laden in der Marktstraße in Hamburg aufgegeben. An was mich die eleganten Heels erinnern? Daran, dass Dinge eben doch immer besser zu machen sind, als man zunächst denkt. Denn Ingas Design ist so weit weg vom Ökoklischee wie die Venus von der Erde. Geht doch – und zwar mit Stil!
... rote Karte für van Bommel – aber nur, wenn Klose für Gomez spielt! Gloria jetzt auf einem ungeteilten dritten Platz in der Kicktipprunde. Dat wird.


Bin Gloria, Platz 2 (okay, shared) in unserer feinen Kicktipp-Runde. Perfekter Einstieg in die EM: Schon auf dem Treppchen aber noch Luft nach oben. Sind ja auch noch ein paar Tage. Und das Nationaltrikot sitzt:


Für manche Menschen ist alles ganz leicht. Sie haben ein aussergewöhnliches Talent, dass alle beruflichen Alternativen obsolet macht. Dann heiraten sie mit 22 die Dorfschönheit und damit sind erst einmal alle wichtigen Fragen des Lebens sehr zufriedenstellend geklärt. Da kann man dann nicht komplett nierdergeschlagenen Gemüts Dinge, die wirklich richtig scheiße gelaufen sind (z.B. im Championsleague-Finale dahoam nach Elfmeterschießen gegen Chelsea zu vergeigen), mit einem lässigen „Das Gefühl war eher medium“ kommentieren. Thomas Müller ist so ein Typ. Er spielt klasse Fußball und wenn er bei der Hymne ins Bild kommt, zwinkert er uns eins. Bierernst ist nicht so sein Ding, eher herzlaugenbrezelkomik. Bei anderen fände ich das peinlich, bei ihm finde ich es cool. Er weiß: Muss halt weitergehen. Und: Lohnt sich ja auch, das Leben. Will sagen: EM gucken macht sowieso Spaß, mit Müller aber noch viel mehr.

Wahrscheinlich bin ich einfach zu uncool, um mich an Erfolge zu gewöhnen. Man könnte ja auch lässig und tiefenentspannt eine Bühne betreten, wenn man was gewinnt. Sich irgendwie still eins ins Fäustchen lachen und den Zirkus rundum so sanft belächeln wie der Dalai Lama sein Uhrwerk. Offensichtlich ticke ich anders, denn ich freue mich immer wieder sehr, wenn schöne Preise überreicht werden. In diesem Falle der Goldene Funke 2012, der Deutsche Preis für Wirtschaftskommunikation, wie der amtliche und m.E. hübschere Titel lautet, für das OTTO-Blog Two for Fashion. Selbst die W&V, sonst nicht gerade ein ausgewiesener Fan kleiner, feiner Corporate Publishing-Bretterbuden wie der unsrigen, berichtet nett und illustriert.
René, Social Media Manager bei Otto, ist ein ebensolcher Freudianer wie ich, schnappte mich und tanzte vorgestern Nacht auf der Bühne im Tipi am Kanzleramt, als der Gewinn verkündet wurde. Der junge Mann hinten ist ein wenig verwirrt, denn er weiß nicht, wann er verdammt nochmal endlich Blumen und Gewinnziegel loswerden kann.
Über 1.000 Einreichungen gab es für den Wettbewerb, 42 Finalisten wurden ausgewählt und am Ende neun Gewinner gekürt. Unser jüngst komplett überholtes und mit neuen Features bestücktes Blog gewann in der Kategorie „Beste Mobile und Online-Kommunikation.“ In der das OTTO-Blog betreffenden Kategorie wurde ein Projekt gesucht, das „das erhöhte Dialogbedürfnis zwischen Unternehmen und Zielgruppen im Bereich der Online- und mobilen Kommunikation erfüllt“, so die Jury. Uuuuund wer hat sich auf die Entwicklung von Content und medialen Konzepten spezialisiert, die genau diese Lust am Dialog zwischen Kunde und Unternehmen wecken und lebendig halten? Na? COMPANIONS natürlich.

Darauf aber rasch mal ein Glas Rotkäppchen kippen.

Two for Fashion Newsletter-Header 01.2012

Two for Fashion Newsletter-Header 03.2012

Two for Fashion Newsletter-Header 04.2012
„Sag' mal, seid Ihr eigentlich die Einzigen, die da immer mitmachen?“, entgegnete ein Freund süffisant, als ich ihm von unserem Vierfach-Gewinn bei den diesjährigen Fox Awards erzählte. Ja, ja, sehr witzig. Dabei muss einfach mal konstatiert werden, dass wir schon viel abräumen, seid wir vor rund zwei Jahren beschlossen haben, auch aufzutreten im Award-Zirkus. Mich freut besonders, dass unser schicker Newsletter, den wir monatlich für Two for Fashion raushauen, mit GOLD bedacht wurde. Denn das Konzept ist ähnlich wie das des Dummy-Magazins: Der Newsletter erscheint passend zur rasant rotierenden Modewelt alle vier Wochen in einem neuen Kleid.
Hier die Preise im Einzelnen:
Juni 2012 – FOX AWARDS:
Two for Fashion Newsletter: GOLD
Das Otto-Fashion-Blog: GOLD
Bertolli Trattoria Tour: GOLD
DC Homes: SILBER
Die Professorendichte der Jury beträgt 50 %, die der Brillenträger 75 %, die der XX-chromosomalen Wesen 0 %. Gähn. Veranstaltet werden die Fox Awards vom Branchenblatt cpwissen, auf deren Website es auch weitere Infos zu den Preisvergabemodalitäten gibt.
Morgen geht es ab nach Berlin, wo der Deutsche Preis für Wirtschaftskommunikation verliehen wird, für den wir mit Two for Fashion nominiert sind, ebenso wie für den Best of Corporate Publishing, der am 26.6. ebenfalls in der Hauptstadt unter die Leute gebracht wird. Zwischendrin wird tatsächlich noch ein bisschen gearbeitet, versprochen.
