Gestern bin ich den Marathon in Hamburg gelaufen und habe mich mit meiner Zeit von 3.27.09 recht lässig für den Lauf in New York qualifiziert (Master-Klasse)!

Klar, mann muss sich nicht direkt für den New York Marathon qualifizieren sondern kann sich da über so Reiseanbieter einkaufen. Aber das kann ja eben jeder. Und kommt deshalb für mich nicht in Frage. Geht einfach nicht mit meinem inneren sportlichen Ehrenkodex zusammen. Mag es in diesen Dingen auf die harte Tour. Da bin ich ganz Rocky Balboa. Weiß auf jeden Fall schon jetzt, wo ich am 4. November 2012 sein werde. Und was ich tun werde. Werde mir beim Laufen wohl den Hals verrenken ... Das wird LEIDER UNFASSBAR GEIL (mal wieder und immer noch so gut: danke, danke Deichkind)!!!

Heute ist der Tag der Jungs und auch hier bei uns will ein kleiner süßer Schüler namens Max mal schaun, wie man Grafiker wird. Conny findet ihn niedlich. Er trägt Kopfhörer bei der Arbeit, tsssss. Die nehm ich ihm gleich mal weg. Ist schließlich nicht Schlampinohausen hier. Andererseits. „Rolling in the Deep“ von Adele – das sollten Jungs heute hören! „Don't underestimate the things that I will do!“ Wenn der das Ernst nimmt, dann Halleluja für die Frauen! Egal, habe mir heut morgen gedacht: Geh' ich doch auch mal als Boy zur Arbeit, mit Schlips. Merke: Gegen dödelige Verfassung hilft auch die Krawatte nichts. Gibt so Tage.

Alte Männer ...
und junge Frauen:
Kurt Wagner ist 53 und hält absolut noch stand. Genau wie Style Rookie Tavi Gevinson mit ihren 16 Jahren. Die Welt ist schön. Und es hört nie auf. Nie.
Mit Tüte überm Gips geduscht. Die großen „Wir lieben Lebensmittel“-Tüten von Edeka sind dafür am besten. Milchkaffee im Taxi. „Zum Baumwall, bitte“. Neee, nicht zu GehundJott, Du Schlauberger. Im Büro stummer Blick vom Compagnon durch mein Büro. Ist doch gar nicht so schlimm. Grafiker klingelt. Will Futter. Grafikerin klingelt: Hab Dir was geschickt. Internetjungs melden sich nicht. Texterinnen schreiben ein bisschen ins Blaue, weil Zeit für Briefing ist nicht. Die Mäuschen müssen eben ahnen, was ich will. Fotograf kommt: „Lustig, Dein Büro“. „Wieso denn?“ „Na, sieht eben nicht aus wie die Büros sonst“. Präsentationssoftware hakt. Wie war nochmal dieser gute Gedanke? Und war da nicht noch ein Rest vom Franzbrötchen vom Kollegengeburtstag vor zwei Tagen. Weiß gar nicht, was die anderen haben, ist noch lecker. Unterm Gips juckts. Kratzen kommt aber nicht in Frage. Will nicht die Frau mit der Nadel sein auf die die Kinder zeigen. „Du Mama, guck mal, die Frau bohrt sich mit ner Stricknadel im Gips rum“. Wenn man damit erst einmal anfängt, kann man garantiert nicht mehr aufhören. Freund S. schneit überraschend rein. „Also mir geht’s blendend, arbeite wenig, fahre viel Boot. Du siehst aber ganz schön müde aus.“ Na großartig. Und im Rausgehen: „Solltest vielleich mal aufräumen.“ Was die alle haben. Gut, dass die nicht in meinen Kopf gucken können. Da drin siehts nämlich echt aus wie bei Schlampinchen unterm Hochbett. Ob Johnny Cash auch manchmal so verwirrt war wie ich? Internetjungs mailen um 18.03 Uhr: Hier die Entwürfe, sind gleich nicht mehr im Büro. Bis morgen dann. Ist das jetzt webzweinullig? Weiß langsam nicht mehr wo lechts und rinks ist. Ein bisschen jandeln, immerhin. Telefoniere mit der Grafikerin und gehe zum königlichen Wir über: Wir finden das und das. Hat irgendwie mehr Wucht. Keinen Bock mehr auf Diskussionen. Sie: „Finde ich echt super, Dein Wir.“ Dann mit einem Auge am Ball mit dem anderen auf den Charts. Kann Chamäleonblick. Bayern schaffts so eben gegen Real und hat mit dem 2:1 im Rückspiel ungefähr soviel Chancen weiterzukommen wie wir im Pitch. Hätte nie gedacht, dass ich mich mal mit denen solidarisiere. So von Underdog zu Underdog. Wäre aber auch zu öde, das Endspiel Barca gegen Real. Das gibt’s ja sowieso ein paarmal im Jahr. Muss verhindert werden. Deshalb wird konzentriert weiter gearbeitet. Gepuzzlet mit hakeliger Software. Schnell noch was gegessen, getrunken. Eigentlich sollte es Wasser sein. Eigentlich sollte ich zuhause sein. Eigentlich Pause machen. Eigentlich aufpassen. Immer das gleiche, immer neu. Pitch halt.
Leider geil.
