Hamburg, meine Perle

8.44 Uhr heute morgen, -7 Grad macht Hamburgs Wangen rot – und bricht die Elbe in Fraktale. Herr Mandelbrot wüsste sicher mehr über die geometrischen Schleifen zu sagen, aus denen die Eiskristalle gewoben sind. Leider weilt der Gute seit gut einem Jahr bei den Fischen und kann sich die Eisdecke bestenfalls von unten anschauen. Aber: Ich denke heute früh an ihn und meine Diplomarbeit, die von der Chaosforschung bestimmt war. Mir ging es damals um die Konstruktion von Wirklichkeit in den Medien, um den Drang, ursprünglich dynamischen, nichtlinearen Systemen ein Erklärungsmuster und damit eine Ordnung zu verpassen, um Dinge fassbarer und einsortierbar zu machen. In diesen Studien kam ich natürlich nicht um Mandelbrot und seine Apfelmännchen herum. Sie haben mich schwer entzückt. Genau wie Hamburg heute:

Mein Arbeitsweg fühlte sich heute nach Kafka und Prag an, dunkel und schwer und schön.

Oben angekommen, Blicke aus dem Bürofenster. Danke, danke, danke, dass ich hier arbeiten darf.

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Eintrag kommentieren

Hier klicken um sich zum Kommentieren einzuloggen