... auf's Rad am Hafen entlang nach Hause.

Anthony Kiedis hat ganz bestimmt ne neue Freundin. Die findet er toller und smarter und erwachsener als sich selbst. Der beste Grund, sein Bestes zu geben ist doch immer noch, wenn man jemanden umhauen will. Total. Sodass der dann daliegt und man so lange an dem rumfummeln kann, wie man will. Am besten für immer und ewig. So jedenfalls klingt Mr. Kiedis auf der No. 10 der Red Hot Chili Peppers mit dem schlauen Titel I'm with you. Die höre ich rauf und runter aufdemfahrradbeimlaufenimbettvormrechnerundbeimjaaahhh. Police Station ist der Favourite Song derzeit aber das wechselt ständig. Auch ein gutes Zeichen. Und manchmal kann Mainstream so nah dran sein am überhauptnichtmainstream, denn ...

... Kiedis sieht mit seinem Schnauzer aus wie Freund Kai Erdmann aus der Power Galerie (auf dem Cover gaaaanz rechts außen).

Gerade eben erfahren: Wir haben mit Two for Fashion Silber gewonnen beim Annual Multimedia-Award. Ist schön. Wichtiger als der schönste Preis ist jedoch Respekt – von den Guten. Und Respekt möchte ich an dieser Stelle einem meiner Lieblingskollegen zollen: Urs Arnold. Seine Agentur heißt Arnold. Inhalt und Form (AIF) und das allein ist in der transusigen Flottheit der CP-Branche einfach gnadenlos erwachsen und bestechend. Urs hat vielen schönen CP-Projekten Inhalt und Form verliehen, mein Favorit aus seinem Portfolio ist der medienverzahnende Auftritt des Global Investor für die Credit Suisse.

Dem Printmagazin wird eine App sowie eine Wissensplattform im Netz an die Seite gestellt, die sukzessive gespeist wird mit dem Expertenwissen aus der Printversion. Dieses Archiv ist Resultat der mutigen Vision eines wirklich guten Designers und einer konzeptionell perfekten Durchdringung des Auftritts. Crossmedia und integrierte Kommunikation sind zu inflationär verwendete Begriffe, hier passen sie. Auf der Online-Plattform kann man übrigens auch nach Autoren suchen, alle Magazinausgaben als PDF durchblättern, in einer animierten Grafik verstehen, wie In- und Deflation funktionieren und sein eigenes Anlageverhalten testen.

Selbstverständlich hat diese perfekte Lösung beim diesjährigen BCP-Award kein Gold gewonnen. Adeyaka, das „globale“ (gähn) Magazin der Karrenmarke Infinity – bunt, knallig, sinnlos, für „die erfolgreiche, selbstbewusste und kosmopolitische Zielgruppe“ eben – hat Platz 1 gemacht. Meinen Respekt bekommen die dafür nicht.
Always on? Gähn. Rar machen ist das neue kleine Schwarze!

Hallo Claudia,
wir haben eine Anfrage auf dauerhafte Löschung deines Kontos erhalten. Dein Konto wurde von der Seite deaktiviert und wird innerhalb von 14 Tagen dauerhaft gelöscht.
Falls du die dauerhafte Löschung deines Kontos nicht beantragt hast, melde dich bitte bei Facebook an, um diesen Antrag abzubrechen:
http://www.facebook.com/login.php
Danke,
Das Facebook-Team

Hab ich eben gebastelt auf http.//goqr.me/de. Kann natürlich nur gelesen werden, wenn man die Scan-Barcode-App installiert hat.
Hach, was man auf einem Kongress nicht alles so NEBENBEI lernt. Jetzt Social Media Slam.
Kleiner Schnipsel vom 4. Social Media-Tag in Berlin. Moderator Hajo Schumacher ist launig, ganz wie seine 70er Jahre-Krawatte. Ganz hübsches Zitat zur Kompetenz von einigen CEOs, die ja zu Beginn des Bloghypes wild zu posten begannen. „Wie sagt man in der Waldorfschule? Er hat andere Talente.“ Wohl wahr. Er ist mit 51 verkauften E-Books für 2,99 Euro am Tag derzeit der am drittbesten verkaufende Autor im iTunes Store. Hat Lust zu irritieren und ein bisschen zu stänkern. „Machen Sie nicht jeden Mist mit. Haben Sie den Mut, Dinge zu lassen: Last Mover advantage rules ok! Wohl wahr II. Folgeredner Tobias Arnas warnt: Jetzt wird's trockener und theoretischer. Mir recht. Später mehr.

Ein kleiner, dreckiger Club in Arizona. Vincent Gallo alias Paul Leger betritt die Bühne, ein Talentwettbewerb. Die anderen haben geträllert und gestretcht, was man eben so macht, um Leistung zu zeigen. Gallo schaut mit erschrockenen Augen an die Decke, weicht zurück, hebt schützend die Arme. Er spielt Cary Grant in Hitchcocks North by Northwest. Die Szene, in der Grant im Kornfeld vor dem Flieger zurückweicht. Nur ohne Flieger und Kornfeld. Und vor Publikum, dass den Film nie gesehen hat. Selbstverständlich vergeigt er. Und gewinnt doch einen Platz in der Rakete, die wir irgendwann ins All schießen, um denen da draußen zu zeigen, dass es Dinge gibt, die sie uns nicht so ohne weiteres nachmachen können.

Gallos Auftritt im Film Arizona Dream hat sich reingraviert in mich. Das weiß ich wieder, weil auch Berlin gepflastert ist mit der aktuellen G-Star Raw-Kampagne, dessen Star Gallo ist. Fotografiert hat den mittlerweile 50-jährigen Act- und Regisseur (Buffalo 66 gehört zu meinen Top 20-Filmen, Brown Sugar habe ich mir lieber gar nicht erst angeguckt) Anton Corbijn. Zu sehen ist ein Mann, der ne Knirschschiene echt nötig hat, sie aber höchstwahrscheinlich sofort durchbeißen würde (außerdem trägt man sowas nur in Europa, nicht in LA). Klaro, ist „Raw“ und Kampagne. Ist aber trotzdem gut.

Werde am Donnerstag in Berlin an der 4. Social Media-Tagung der deutschen Presseakademie teilnehmen und mir u.a. Nettigkeiten wie den Social Media Slam antun. Apropos sich was gönnen: Werde in meinem Lieblingshotel Q nächtigen. Schätze deren von den Graft-Monsieurs designte Badewannenbetten. Andere mögen das Nasse neben dem Weichen irgendwie eklig finden, für mich ist es genau das richtige: Bloß nicht lange laufen müssen nach dem Bad, einfach reinrollen lassen ins Bett. Laufe dann dermaßen entspannt und sauber am zweiten Tagungstag auf. Mann.

Nochmal kurz zur Tagungsbroschüre, die wie ein Plakat daherkommt. Ambitioniert gefaltet, nix für die Bahnlektüre. Sie ziert u.a. ein Zitat von Jean-Remy von Matt: „Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?“ Ja, verdammte Scheißdemokratie: Warum darf hier eigentlich jeder Dödel seine Meinung sagen? Da sollte doch vorher immer eine Berechtigung her, die bekommt man z.B. in China (oder auch nicht). Oder hierzulande von der Bild, deren „Bild Dir Deine Meinung“-Kampagne von wem wohl erdacht und unters Volk gebracht wurde? Genau, von JungvonMatt. Dasnurmalso.
Gestern im Upper East auf einer wunderwunderbaren Starparty 35 Liter Schweiß vergossen. Motto: Für Groupies kein Platz. Mein Mann ist als

Eddie Cochran aufgelaufen und ich als Alison Moira Clarkson aka

BETTY BOO! Darauf alle: Hihi, Claudia – äh – Betty Boo (??), jaaaah, alles klar soweit, netter Scherz ... Keiner konnte sich an Betty erinnern, verwechselten sie gar mit dem kuhäugigen Comickätzchen Betty Boop. Unfassbar. Die Neunziger begannen für mich mit einem Knall namens Boomania, Bettys bester LP, darauf der Hit „Where are you Baby?“. Eine Frage, die ich mir minütlich stellte, alles andere war mir Anfang 20 latte. Ich liebe es, wenn in Songs gepfiffen wird und das Stück war für mich notorische Nichtraucherin anno 1990 wie die Morgenzigarrette, die mich den Krallen der Nacht entriss, mich taumelnd ins Bad trieb und dazu brachte, es irgendwie immer wieder neu aufzunehmen mit den Herausforderungen des Alltags.

Solche schwarzen Overalls trage ich noch heute liebend gern. Wenn ich morgens den Reißverschluss hochziehe, bin ich dem Alltag gewachsen, der an Toughness ja schließlich nichts eingebüßt hat.
