
Eine App ist eine App ist eine App ist eine ... oder doch nicht? Das weiß ich bei dieser vom frisch gegründeten Burda Media Innovation Lab realisierten iPad-App nicht so genau. Eigentlich ist die am 26. Juni live gegangene Applikation einfach ein Tool, mit dem sich die Inhalte des namengebenden Blogs sehr komfortabel auf dem iPad lesen lassen. Und zwar die der letzten sechs Tage, aktuell sind es 21 Artikel plus Gewinnspiel (Ist wahrscheinlich so gedacht, dass sich das Teil täglich mit den aktuellen Blog-Inhalten auflädt). Nicht mehr und nicht weniger.
Gut, die Inhalte sind im Hoch- und Querformat anzuschauen, es gibt Bildergalerien, die Möglichkeit, mit dem Finger Texte hoch und runter zu schieben und durch drei Inhaltsverzeichnisse zu navigieren. Sowas geht am konventionellen Computer nicht. Aber irgendwie unterscheidet sich die App nicht erschütternd vom Blog selbst, dass man ja auch auf dem iPad anschauen kann. Hatte bei der vom Turbo-Fashion-Nachrichtenblog Les Mads lancierten App neue Inhalte und Modespielereien erwartet: Anziehpuppen, Wischeffekte, vollverlinkte Shoppingguides, intelligente Streetstyle-Viewer etc. Wenn schon Innovation Lab dann aber auch turbo, bitte!

Les Mads als iPad-App, präsentiert im iTunes-Store ...
Nachdem ich dann aber auf den Lassdichmaldraufein-Modus umgeschaltet hatte, muss ich sagen: Den Spielkram braucht's ja gar nicht. Die Les Mads-App ist immer noch bedeutend anregender, schneller und aktueller als alle Fashion-Magazine auch auf dem iPad. Der Effekt, den man beim Lesen des Blogs hat, stellt sich auch beim Durchwischen der App schnell ein: Man bekommt gnadenlos in Tempo 240 vorgeführt, was man modisch mal wieder alles verpasst hat. Allein die Idee des Versuchs, all den zahlreichen Links und Verweisen auf Kollektionen, Leute und Projekte nachgehen zu wollen, macht schon müde. Trotzdem toll, mit welcher Sammelleidenschaft das Team um Jessie (nachdem Julia weg ist, ist sie die einzige der Mads, die ich mir wirklich merken kann, sorry!) täglich zu Werke geht.

.... und hier weiter. © iTunes
Kann die Les Mads-Kritteleien, die in einigen Zirkeln populär sind, absolut nicht verstehen: Es gibt für mich keine bessere deutschsprachige Überblicksseite in Sachen Mode. Und Jessies Texte mag ich auch. In die Tiefe gehen kann ich ja woanders und Les Mads weisen mir dafür immer wieder den Weg. Mesdames et Messieurs da draußen: Wo bitte schön bekommt man einen derart professionellen Service denn im echten Leben noch kostenlos serviert? Sonst muss man doch schon für seeeehr viel weniger, also Medien wie Brigitte, Freundin, Petra et al., amtliche Euros abdrücken. Deshalb sei auch hier nicht lange darüber lamentiert, dass das inhaltsverzeichnis, das man über die Navigationsleiste oben anwählt, nicht funktioniert: Tippt man einen Artikel in der rechts erscheinenden Übersicht an, landet man leider in einem anderen. Durchgehend. Und: Es ist nicht schwer, eine App so zu programmieren, dass alle Fotos im Vollbildmodus anzuschauen sind. Funktioniert aber leider in dieser App nicht. Gerade beim Thema Mode sollte man so eine Chance nicht auslassen. Pinchen wäre noch ne Luxuszugabe, für die ich sogar bezahlen würde ... Da ist also noch Luft nach oben fürs Burda Media Innovation Lab.
Ich jedenfalls danke Les Mads für viele grandiose Entdeckungen, die ich ohne sie nie gemacht hätte. Das wird zukünftig auch für ihr iPad-Tool gelten, mit dem ich meinen Lieblings-Modenachrichtenticker nun immer dabei und parat habe. Wieder mal **** von *****.
In erste Besprechungen von Corporate iPad-Apps ist übrigens hier und hier zu schmökern. Daran sei noch einmal erinnert. Kann ja nicht gerade behaupten, dass es sich um eine eng getaktete Rezensionsreihe handelt ...

Klar will man in erster Linie dafür geschätzt werden, besonders schlau zu sein. Messerscharfer Verstand und so. Eines der besten Komplimente, die ich jemals erhalten habe, geht trotzdem so: „I love the way your body curves.“ Fiel mir sofort wieder ein, als Levi's im Spätsommer 2010 die Curved ID auf den Markt schmiss.
„W 25, L 32, Bold Curve, skinny“ lauten seither die Koordinaten des customized me. Fühlt sich tatsächlich so an, als hätten die mich in eine blaue Flüssigkeit getaucht, die sich beim Trocknen mit dem Körper zu Jeans verbindet. Kein blöde am Rücken abstehendes Bund mehr. Die beste Jeans, die ich je hatte. Wenn ich sie ausziehe und vorm Bett liegenlasse, habe ich immer das Gefühl, irgendwas von mir ist noch drin. Ein bisschen Seele? Zeichne mich in ihr ab, wie die Schlange in ihrer verlassenen Haut. Liegt auch daran, dass der Stoff sehr dünn und irgendwie stretchy ist.
Umberto Eco sinniert im Text Lendendenken über sich und seine Jeans (danke fürs Ausbuddeln, Mahret). Der Mann, der das Focaultsche Pendel geschrieben hat, im Jeansshop? Na egal. Er schreibt, das Tragen der Jeans zwinge ihm eine Haltung auf, mache ihn zivilisierter und reifer. Bei mir ist es das genaue Gegenteil. Meine Curved ID beamt mich zurück ins MmmBop-Stadium. Muschelplättchenkettendasein. Domestizierung bitte draußen bleiben, passt heut wirklich nicht mehr rein, Zähmung dann wieder ab morgen, versprochen. Trage in dieser Verfassung lieber keine Jeansshorts.

Dieses zu meinen Buchstabenspielchen passende Kunstwerk stammt von Dirk Bell und heißt evolove. Es ist aus Stahl. Werde es kaufen und auf unserem neu begrünten Balkon dem Hamburger Regen aussetzen:
Rust never sleeps.
Love auch nicht.
Entdeckt habe ich es auf der famosen, seit 16. Juni existierenden The Spotlist. „Contemporary Art for Sale“ bietet die Seite Menschen an, die sich für die Sicht der Dinge von dan le sac und scroobius pip begeistern können:
„Thou shalt not use poetry, art or music to get into girls pants ...
... use it to get into their heads.“
Konzeptkunst also. Fein vorsortiert von Florian Baron, dem Mann hinter The Spotlist. Goutiert wurde die Seite bereits hier und hier.

Nimm nen Buchstaben raus und ein Wort wird zum Bild.
Was passiert, wenn man das mit uns macht? mnsch.ensch.mensh. War ja klar, Mensch = komplizierter.
Weil es so schön ist und heute ja der Sommer beginnt. Barfuß sein und tanzen.
Vielleicht doch Gitarre spielen lernen?

Das Label Moonspoon hat eine Kollektion „Kabinett der Wunden“ genannt. Die sieht aus wie das Lied Moonshadow von Cat Stevens klingt. Den Katalog hat ein 15-jähriges Vampirmädchen gestaltet. Sie dachte, es ginge um ihr Tagebuch. Die Bilder sind tatsächlich eingeklebt.

Seine Wunden ausstellen, das hat nun wirklich nichts zu suchen im Big Blink Business, dessen Highgloss klugen Menschen schon mal Hirn und Herz verkleben kann. Ob es genug smarte Verletzliche gibt, die Moonspoon tragen werden? Schöne Vorstellung. Ich jedenfalls denke an den „nachweislich coolen Hund“ (Peter Praschl im SZ-Magazin) Kinky Friedman und melde mich heute am Business-Phone nur mit „Haus der Qualen“. Manchmal machen mich die Antis sehr froh. Man stelle sich nur mal vor, es gäbe nur die Glatten.
Heute wieder ganz Chef. Total seriös, unheimlich müde. Dabei sind schon 3 Kaffee in der Frau. Aber das Kleid ist neu und wird mich durch den Tag tragen. Den Rest erledigen die Jimmy Choos: Beim Hopsen übers Kopfsteinpflaster heut morgen immerhin schon wache Momente gehabt.

Sind jetzt gerade im Studio, um für unsern Hammerfilm zu drehen. Immer wieder ein Mirakel, wieviel Bohei nötig ist, um alles schön zu kriegen.


Dabei sind Luisa ...

.. und Olivia ...

... auch ohne viel Tamtam schon schön genug. Einfach geschminkt und mit dem iPhone abgelichtet reicht schon. Jedenfalls um mich umzuhauen.

It's me, ungeschminkt. Bin gleich dran. Wir tragen übrigens alle Shirts vom Eco-Label Greenality. Das wird ab Herbst bei OTTO zu haben sein.

Und Steuermann Michael schaut von oben zu und bugsiert uns sicher in den Harbour of Style.
Auf dem Weg nach Frankfurt, eben im Taxi. Das Radio sagt, zwei Drittel der Scheidungen in Deutschland werden von Frauen eingereicht. Darauf ich zu dem sehr lässigen Latino-Taxifahrer, Milchschaum an der Oberlippe: „Nicht gerade ein Kompliment für die Männer.“ Er, cool die Sonnenbrille hochschiebend: „Das kann man auch anders sehen. Die Frauen haben einfach keine Ausdauer mehr.“ Weise Worte noch vor 7 Uhr morgens, das knockt mich echt aus. Aber der Mann war auch in Form: Nachtschicht war nahe over. Ich letzte Tour.
Das nur mal so um zu zeigen, dass sich am Hamburger Flughafen, für den wir das „hamburg airport magazine“ produzieren, sehr bequem und schick bloggen lässt.

Jetzt darf es raus: Wir haben Doppelgold gewonnen bei den brandneuen Fox Awards! Die iPad App zu dem von uns produzierten Corporate Magazine DC Homes wurde vergoldet, ebenso unser Modeblog Two for Fashion, das wir seit knapp drei Jahren für OTTO produzieren. Dass immer noch reichlich Bewegung im Projekt ist, zeigt u.a. der Green Capital Fashionwalk, unsere jüngste Blog-Aktion zum Thema Eco-Fashion.

Initiiert werden die in diesem Jahr zum ersten Mal verliehenen Fox Awards vom Branchenblatt CPWISSEN, zum Sponsorenpool gehören u.a. censhare, Pro Publish und Woodwing. 87 Unternehmen haben 91 Arbeiten eingereicht.
Und die Bewertungskriterien? Ich zitiere: „Errechnet wurden die Siegermedien nach einem Zwölf-Punkte-System hinsichtlich Entwicklung, Reichweite, Leistungsnachweis, Umsatzimpuls, Qualität der Verbreitung und Markenkonformität. Eine fünfköpfige Experten-Jury aus Journalismus, Wissenschaft und CP-Praxis fahndete nach den Medien, deren eingereichte Leistungsnachweise und deren individuell wahrgenommener Auftritt Effizienz am besten präsentierte. Jedes Jurymitglied erhielt die Medien entsprechend seiner Kernkompetenz persönlich zugeschickt, um Gruppendynamik auszuschließen, und bewertete über einen mehrtägigen Zeitraum hinweg. Auch der Gesamteindruck – Freude und Neugier bei der Mediennutzung – wirkte sich auf die Gesamtpunktzahl aus. “ Na, das klingt doch ganz handfest. Alle weiteren Gewinner gibt es hier. Eine Bitte an die CPWISSEN-Redaktion: Die Liste Apps des Corporate Publishing sollte dringend mal auf den neuesten Stand gebracht werden, ist so hilfreich!
Schön. Und weiter geht's. Heute vieeeel los.

© Süddeutsche Magazin
Kaffee, Croissant, Süddeutsche, das kann schön sein. Heute zum Beispiel. Nicht nur das Interview mit Wladimir Kaminer über Geld ist überaus erhebend sondern auch die transzendental-fliegende Bettwäsche im Magazin. Muss lange überlegen, wann ich sowas Gutes in einem Corporate Magazine gefunden habe. Fortsetzung der Lektüre am See. Hamburg ist heute ungefähr so heiß wie Madrid, sagt wetteronline, das Gefühl sagt: heißer.
SZ: Sie schreiben häufig über Klischees von Russen und Deutschen. Russen protzen gerne mit ihrem Reichtum ...
Kaminer: ... oh, ja, das ist furchtbar! Was diese Russen erwirtschaften, ist böses Geld, es bringt Unglück. Man kann es nicht in die Zukunft investieren, nicht seinen Kindern vermachen. Es ist erschlichenes Geld. Protzen ist ein Zeichen von Unsicherheit. Diesen Leuten fällt nichts Besseres ein, als mit ihren Millionen Pelzmäntel zu kaufen oder ein Auto mit dem Nummernschild „VIP 01“ zu fahren.
SZ: Haben Sie noch nie geprotzt?
Kaminer: Es gibt einen Unterschied zwischen protzen und angeben. Geprotzt habe ich nie, angegeben schon. Um ehrlich zu sein: Das mache ich ständig.
SZ: Womit denn?
Kaminer: Mit allem. Damit, dass ich so ein cooler Schriftsteller bin, der kurz davor steht, die letzte Weisheit zu erfassen. Und damit, dass ich viele kluge Dinge übers Geld sage, wie heute.

Das ist die Grafik, mit der wir uns in dem neuen, bald erscheinenden FCP-Dienstleisterguide darstellen. Gezeichnet hat sie Carolin Loebbert. Man beachte die Award-Leiste am unteren Rand. Die ist, ähem, aber gar nicht vollständig. Gestern haben wir erfahren, dass wir zwei weitere Goldpreise eingeheimst haben. Waswiewowarum darf ich erst übermorgen verraten. Nur eines schon: Es ist eine iPad-App dabei!
