Das Factbook 7 ist da

Das Factbook ist eine Publikation unseres Branchenverbandes Forum Corporate Publishing. Allein deshalb verdient es Beachtung. Und es gibt auch was Neues: „Erstmals mit dieser Ausgabe bringen FCP-Mitglieder als Autoren ihre geballte Kompetenz ein. Sie sorgen für den Insiderblick auf zahlreiche Best Practices quer durch alle Branchen und CP-Medien", heißt es auf der Homepage des Forums. Was steht denn nun drauf auf den 115 Seiten? Erst einmal gibt es eine Definition:

Hmmm. Von wem diese Begriffserklärung wohl stammt? Leider fehlt die Quellenangabe. Was bedeutet in diesem Zusammenhang einheitlich aufbereitet? Und was genau sind „interessante Unternehmensinformationen“? Kann das nicht auch Werbung sein? Und wenn ein Kundenmagazin wenig Firmennews und viel Unterhaltung bietet, gehört es dann nicht mehr in den Bereich Corporate Publishing?
Für die Strukturierung hat man sich, in Zeiten, in denen ein lautes „WENIGER“ aus allen Ecken tönt, wohl vorgenommen, einfach mal ein fettes „MEHR“ vor alle Themen zu setzen. Mehr Content, mehr Print – okay. Aber „Mehr International“? Das tut mir schon ein bisschen weh.

Die Artikel selbst decken das weite Feld des Corporate Publishing ab: Twittern, Bloggen und Web-TV sind ebenso Thema wie Corporate Trailer, Geschäftsberichte und Advertorials. Überraschend: Wurde die teure Produktion eines hochwertigen Kundenmagazins in der Vergangenheit fast ausschließlich mit qualitativen Argumenten verkauft (Imagebildung, Kundenbindung und -gewinnung, Exklusivität) sticht jetzt (in Zeiten der Krise?) auch die quantitative Karte.

In der Rubrik „Umsatz“ wird CP als Vertriebsweg vorgestellt. Vor allem durch Individualisierung und Couponing sollen Kundenmagazine in Verkaufsförderungsinstrumente mit messbarem Erfolg zu verwandeln sein. Eine nicht unmögliche aber schwierige Gradwanderung, denn journalistischer Anspruch verträgt sich in den wenigsten Fällen mit dem Anspruch der direkten Verkaufe. Am Ende sollte das Corporate Medium selbstverstänlich Gewinne für das Unternehmen generieren. Das Problem ist, dass die Spur vom Medium zur dadurch erzielten Umsatzsteigerung eben kein gradliniger, exakt nachzumesseder Track ist.
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