„Haaalloooo, Jaahane“, ...
ruft Klaus Kleber in die „grüne Hölle“ seines neuen Studios. Zu sehen ist das hier, im Video über das neue ZDF-Nachrichtenstudio. Kleber schlendert an seiner neuen Kommandozentrale, der Autobahn wie er sie nennt, entlang, streichelt eine Roboterkamera und spielt mit „Gundulas Maus“ herum. So, als empfange er Gäste in seinem neuen Kinderzimmer und möchte zeigen, was für tolles Spielzeug er hat. Eigentlich ganz sympathisch, wenn auch nicht so jung, wie die Zielgruppe, die das ZDF gern erreichen möchte. Doch obwohl dieses neue Studio auf Seite 1 der Zeit bereits „Prominent ignoriert“ und entsprechend spitzfingrig abgekanzelt wurde, muss ich sagen: Mir gefällt's! Zeitweise sahen die beiden Moderatoren in der ersten Sendung mit neuem Surrounding am 17. Juli zwar aus wie ihre eigenen Avatare insgesamt ist das eben die iPhonisierung des öffentlich rechtlichen TV-Raums: alles schön fließend, bunt und praktisch einblendbar.
Die Aufarbeitung des Themas auf der ZDF-Homepage finde ich ebenfalls gelungen: Hintergrundvideos, ein Video „Rückblick: heute journal im alten Studio“, das den Vergleich bequem macht, und im Forum die (meist nörgeligen) Zuschauerkommentare.
So nimmt man gern Abschied von gestern.

Alexandre de Betak, Fashion-Dramaturg und Co-Kurator von „Catwalks“, in einem Laufsteg-Tunnel, der einer Show von John Galliano nachempfunden ist.
Das renommierte NRW-Forum in Düsseldorf eröffnet heute die Ausstellung „Catwalks“, die 17 der spektakulärsten Modeinszenierungen weltweit präsentiert. Gestern fand die Pressekonferenz mit Vorab-Begehung des zur Hälfe weißen und schwarzen Labyrinths statt, in das der Ausstellungsraum verwandelt wurde. Ich war vor Ort – aus gutem Grund: Die Anna-Aktion, die wir für das OTTO-Fashion-Blog Two for Fashion konzipiert haben, ist Teil der Ausstellung.

Bloggerin Mahret Kupka, die eine Hälfe von „Two for Fashion“, vor dem Clip, der die bisher 52 von Fashion-Bloggern in aller Welt eingekleideten Annas zeigt.

An der Wand wurde die Idee unserer Web-Welt-Modenschau kurz erläutert. In einem „Fashion-Lab“ waren Streetstyles anderer Mode-Blogger gezeigt und die Frage gestellt, wie er denn wohl aussieht, der Laufsteg der Zukunft. Wird es weiterhin opulente Haute-Couture-Schauen geben oder findet die Show zukünftig eher auf der Straße statt? Und wo werden die modischen Trends tatsächlich geboren? Eines steht fest: Modeunternehmen tun gut daran, die bloggenden Mode-Enthusiasten im Blick zu behalten – und von ihrer Begeisterung und ihrem Know-how zu lernen.


Mit Wettbewerben ist das so eine Sache. Beim BCP beispielsweise gewinnen fast nie die Medien, die dich für herausragend im Corporate Publishing halte. Manchmal liegt das daran, dass sich die Macher gar nicht erst bewerben, manchmal daran, dass die tollen, innovativen Sachen nicht recht in die vorgegebenen Kategorien zu quetschen sind. Sie sind deshalb schwer mit anderen zu vergleichen – und von der Jury zu verstehen.
Trotzdem freut man sich ja immer, wenn man selbst gewinnt – oder auf einer Shortlist landet. So wie jetzt das von COMPANIONS produzierte ham.airport magazine auf der Nominierungsliste des Econ Award. Ich mag das Magazin wegen seiner konzeptionellen Grundidee. Es ist nämlich nicht, wie viele andere Flughafenmagazine, im Kern ein Reismagazin. Ausgehend von dem Gedanken, dass ein Flughafen in erster Linie ein Platz ist, der Menschen und Orte verbindet, wird in der Titelstory jedesmal der Ausgangspunkt Hamburg an einen wechselnden Zielort gekoppelt und aus der Perspektive dieses Zielortes betrachtet. So lernen die Hamburger neue Sichtweisen auf ihre Stadt kennen und bekommen – als Reisende – trotzdem Lust auf die Welt draußen.
Am 19. November werden in Berlin die Preise in verteilt.
Die Pressemitteilung zur Nominierung finden Sie hier: Nominierung_Econ_Awards_2009.pdf.

ANNA, gezeichnet von Tina Berning.
Einer unserer schönsten Jobs ist das Mode-Blog Two for Fashion, das COMPANIONS für OTTO konzipiert hat und redaktionell betreut. Heute feiert das Blog 1. Geburtstag und wir haben lange überlegt, mit welcher Aktion man dieses Ereignis würdigen sollte. Etwas Spielerisches sollte her, etwas, das – wie das Blog auch – Lust auf Mode macht und gleichzeitig den Vernetzungsgedanken von Two for Fashion verstärkt. Blogparaden hat es schon gegeben auf Two for Fashion, Gewinnspiele und einen Design-Wettbewerb mit User-Involvement auch. Deshalb haben wir uns die virtuelle Anziehpuppe Anna ausgedacht, die Two for Fashion zu Modebloggern in aller Welt schickt. Mit der Bitte, sie hübsch anzuziehen. Annas neue Kleider sind bis zum 22. August in einer Web-Welt-Modenschau (WWM) auf Two for Fashion zu sehen.
Schöne Anerkennung: Die Aktion wurde bereits für „museumsreif“ befunden und wird Bestandteil der Ausstellung Catwalks sein, die vom 26. Juli bis zum 1. November 2009 im NRW-Forum in Düsseldorf zu sehen ist.
Hier die Pressemitteilung zur Web-Welt-Modenschau:
Manchmal muss man für virales Marketing nicht mehr tun, als einen richtig herzerwärmenden Spot bei YouTube hochladen. Die User machen das Ding dann größer, als es eigentlich ist. Wie im Falle der Evian Roller Babies, die bei YouTube über 6 Millionen mal aufgerufen wurden (insgesamt soll der Spot über 14 Millionen mal angeklickt worden sein). Hier das Original:
Realisiert von Euro RSCG Worldwide.
Und hier die sogar noch bessere Interpretation des großartigen majorwarren:
Big fun!
Abb. aus der Informationsbroschüre zum Studiengang
Partyrumgestehe, trinken, plaudern. Irgendwann die Frage, die immer irgendwann kommt.
Sag mal, was machst du eigentlich so jobmäßig?
Ich bin in einer Agentur für Corporate Publishing.
Ach so, du macht Werbung, cool (wahlweise auch: Ach soooo, und das reicht dir?).
Ne, nicht so cool wie du jetzt meinst. Und Werbung auch nicht wirklich.
?
Na ja, wir sind fast alles Journalisten und produzieren Medien, die von Unternehmen herausgegeben werden.
Hab ich mal was von euch gelesen?
uswusf.
Weil ich es uninteressant finde, mit mehr als einem Satz auf die Jobfrage zu antworten, habe ich mir das hier zurechtgelegt: „Ich bin in einer Agentur und werde da fürs Nachdenken bezahlt.“ Dabei habe ich gern den Kopf zur Seite geklappt, so wie David Niven es immer als Superhirn macht.
Dieses Rumgeeiere in Berufsbezeichnungsdingen wird wohl bald ein Ende haben, denn Corporate Publisher kann man ab Oktober 2009 nicht nur wie bisher hauptsächlich durch Learning by Doing sondern in einem universitären Masterstudiengang werden. Und das ist ja schließlich der erste Schritt raus aus der Schnittmengendefinition (s.o.) hin zum eigenständigen Berufsbild. Den berufsbegleitenden Masterstudiengang „Master of Arts in Corporate Publishing (MaCP)“ bietet die Leipzig School of Media (LSM) in Kooperation mit dem Forum Corporate Publishing (FCP) und der Trurnit Gruppe an. Die Ausbildung basiert auf 6 Modulen und soll in drei Semestern zu schaffen sein.
„Das Angebot richtet sich vor allem an High Potentials aus den Bereichen Journalismus, Medien und Marketing“, so Studiengangsbetreuer Jens Seiffert. Anmeldeschluss fürs Wintersemester 2009/2010 ist der 31. Juli. Die Studiengebühren betragen 5.500 Euro pro Semester, also insgesamt 16.500 Euro. Eine Informationsbroschüre zum Studiengang kann hier runtergeladen werden.
Teil der Corporate Identity von Apple ist es ja, dass Bedienungsanleitungen nicht mitgeliefert werden: Ist halt alles intuitiv erschließbar. Ganz besonders das iPhone, das ich seit vier Tagen besitze. Ich will mich jetzt nicht darüber auslassen, dass durch Dasitzen, Oooom-Sagen und sich aufs Gerät Einpendeln nicht zu klären war, wie die Karte in das Smartphone reinzutun ist. Etwas anderes hat mich beschäftigt. Die Spanne zwischen erstem Klingeln und Anspringen der Mailbox war zu kurz und brachte mich ständig ins Schwitzen. Ich konnte auch partout nicht erfühlen, wie das umzustellen sei. Ein Wissender in solchen Dingen schickte mir folgende Lösungsmail:
hi claudia,
also das geht so:
du rufst deine telefontastatur auf und gibts folgende nummer ein:
**61*3311*11*XX#
dabei steht XX für entweder 05,10,15,20,25 oder 30 (sekunden bis die mailbox rangeht)
dann einfach wählen und dann gibt dir das telefon auf dem bildschirm ne nachricht wenns geklappt hat.
gruß,
anton
Wie singt Jewel noch: Follow your heart/Your intuition/It will lead you in the right direction/Let go of your mind/Your Intuition/It's easy to find/Just follow your heart baby
Wetten, die hat kein iPhone?
Niemand, der sich für Digitales Corporate Publishing interessiert, kommt an der laufenden Vodafone-Kampagne („Es ist deine Zeit“) vorbei. Flankiert werden Spot und Plakatmotive – für beides wurden auch einige Blog-Promis rekrutiert – nämlich von reichlich Getwitter und einer Pressekonferenz, die als Lifestream (Warum löst dieser Begriff immer Fluchtimpulse bei mir aus?) u.a. auf Facebook zu erleben war. Und das ist wirklich nicht schön anzuschauen. Hätte nicht jemand von der betreuenden Agentur Scholz & Friends einem Mann wie Thomas Ellerbek stecken können, wie peinlich es ist, „Das ist Ihr Floor“ zu sagen, wenn man einfach nur ein Mikro weiterreichen möchte?
„Wir haben uns entschlossen, Social Media nicht nur als ein Teil der Kampagne zu etablieren, sondern als Taktgeber der Kampagne in den Mittelpunkt zu rücken“, beschreibt Nico Lumma das Kampagnen-Konzept. Eins ist klar: Eine Symphonie ist nicht dabei herausgekommen. Das Superdesaster der Hamburger Kommunikationsstrategen und ihres Düsseldorfer Kunden soll wahlweise „bis zu 200 Millionen Euro“ (lieber Don Alphonso, was ist denn das für eine interessante Angabe?) oder eine zweistellige Millionensumme gekostet haben. Die von Scholz & Friends gesteuerte Kampagne ist also teuer und bringt: Imageverlust in der angepeilten Zielgruppe. Welche das ist? Nun, man mag des nicht eintippen, es geht um die „Generation Upload“ (schon klar, Generation Download hätte einfach zu negativ geklungen). Gemeint sind Menschen, die im Internet aktiv sind. Also Blogger und Konsorten. Und die finden die Kampagne unterirdisch, lancieren allerlei Gegenspielereien (mehr hier und – besonders hübsch – hier).
Was mich am Spot stört – das ganze Sascha Lobo-Bashing finde ich langweilig – ist vor allem die Müffeligkeit in geschlechtlichen Dingen. Denn cool sind wieder einmal nur die großen Jungs, die sich zu Bowies „Heroes“ von Dächern fallen lassen, auf Bühnen bejubelt werden oder lässig im Bus durch irgendeine Metropole gleiten. Frauen sind als lächelndes oder jubelndes Schwenkfutter zu sehen oder, wie Bloggerin Ute Hamelmann, als Mutter mit Baby, die vorm Laptop auf der Wiese lümmelt: Soll das etwa Heldenhaftigkeit für Frauen sein?
